Vielen Dank für Ihre Anmerkungen zum Dialog „Lernreise 2017 nach Mecklenburg-Vorpommern“

Ende Zeitraum Beteiligung Lernreise 2017

Die Erkenntnisse und formulierten Schlussfolgerungen unserer Reise nach Mecklenburg-Vorpommern sind von der Enquete-Kommission 6/1 als Orientierungen für die weitere Arbeit gedacht. Zum Teil sind sie wichtige und hilfreiche Bestätigungen der eigenen Vorgehensweise. Sie sind auch Fingerzeige für offene Fragen, denen sich die Enquete-Kommission noch widmen möchte. Auch Ihre im Dialogportal formulierten Anmerkungen und Kommentare sind uns stets wichtige Wegweiser, um durch unsere Arbeit die ländlichen Regionen in Brandenburg zukunftsfähig zu gestalten. In Bezug auf die Schlussfolgerungen der Lernreise nach Mecklenburg-Vorpommern werden wir Ihre Anmerkungen bei Ausarbeitungen berücksichtigen. 

Viele ihrer Anmerkungen lassen darauf schließen, dass unsere bisherige Vorgehensweise, den Schwerpunkt unser Arbeit auf die praktische Umsetzung vieler Vorhaben zu legen, von Ihnen geteilt wird. In vielen lebenswerten Regionen unseres Bundeslandes sind Veränderungen notwendig. Dabei ist unbedingt die Unterschiedlichkeit von Lösungen in Stadt und Land zu berücksichtigen. Der ländliche Raum benötigt gleichwohl eine auskömmliche Förderung. Auch Einzelmaßnahmen wie beispielsweise die Arbeit von Dorfkümmern sollten gefördert werden. Die Enquete-Kommission hat sich in Diskussionen mit dem Entwurf des Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion, dem Standarderprobungsgesetz, der ELER- und LEADER-Förderung und weiteren Aspekten befasst. Der Ende 2017 erstellte Zwischenbericht zu unserer Arbeit wird hierauf detaillierter eingehen.

Nach unserer Ansicht decken sich die zu erfüllenden Funktionen der Daseinsvorsorge mit der Forderung, dass Planung politisch umgesetzt werden muss. In jedem Fall muss es bei Aspekten der Daseinsvorsorge um Qualität gehen. Eine starre Orientierung nur an Kennzahlen ist im ländlichen Raum nicht zielführend.

Überaus große Bedeutung kommt dem  Ehrenamt zu. Dessen Funktion hängt daran, dass es nicht missbraucht oder überfordert wird. Das kann bei allen Konzepten möglich sein, auch bei denen von uns erwähnten im Pflegebereich (Bürger-Profi-Mix). Deshalb sollte man solche Konzepte nicht von vornherein  ablehnen, sondern genau auf die Bedingungen fokussieren, um möglichen Missbrauch sowie eine Überforderung ehrenamtlich Tätiger zu vermeiden. Das Ehrenamt auch in verschuldeten Kommunen zu sichern, ist eine (nicht einfache) Aufgabe. Hierfür will sich die Enquete-Kommission einsetzen. Auf weitere Diskussionen und Ausarbeitungen dazu werden wir hinweisen.

Schließlich bleibt manches als Anregung, die zunächst nicht weiter kommentiert werden soll. Ausreichend Klarheit streben wir in jedem Fall an. Bei der Frage des Zufalls ist wohl noch „nachzusteuern“. Gemeint ist eine mögliche Vielfalt von konkreten Vor-Ort-Ansätzen, die von höchst unterschiedlichen Bedingungen abhängen und insofern eher zufällig sind. Wenn man eine solche Vielfalt ermöglichen will, braucht es dafür, davon sind wir überzeugt, entsprechende Bedingungen. Hinderliche Faktoren müssen daher abgebaut werden.

Dies sollte durchaus eine Frage von Planung oder systematischer Ermöglichung im Sinne einer Kultur und Politik der Ermöglichung sein. Da wir mit der Enquete-Kommission konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten wollen, sind Ihre Kommentare und  Anstöße sehr hilfereich. Schalten Sie sich in unsere Arbeit also möglichst bald wieder ein. Wir brauchen Ihr Feedback weiterhin!

Wolfgang Roick

Vorsitzender der Enquete-Kommission 6/1