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Konkretisierungen aus Sicht einzelner Themenstellungen bzw. BEGn

  • Zu unterstreichen ist der Zusammenhang oder Querschnittscharakter der Themen, auch wenn sie sich einzelnen BEGn (Berichterstattungsgruppen) zuordnen lassen. Beim Thema Mobilität/Erreichbarkeit zeigt sich das unmittelbar. Generell geht es mehr um integrierte, um komplexe, multifunktionale Lösungen: Wer A sagt (Versorgungspunkt) muss auch B sagen (Erreichbarkeit) – und möglichst C (Vielfalt Versorgungsleistungen).
  • Ersichtlich sind Konsequenzen hinsichtlich des Verhältnisses von Planung und Regionalentwicklung. Das wurde hier v.a.
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Konsequenzen und Schlussfolgerungen

  • Gestaltungsprinzip sollte sein, nicht auf Einzellösungen zu orientieren, sondern auf übergreifende: Die Qualität ergibt sich aus dem übergreifenden Ganzen (z.B. würde das Gesundheitsprojekt in Woldegk von einer besseren Mobilitätslösung profitieren) – erforderlich ist eine integrative Sicht über die jeweils einzelne BEG hinaus (im Prozess, nicht erst im Endergebnis). Funktionalität steht im Zentrum, nicht Standards oder quantitative Indikatoren.
  • Die Probleme eskalieren insbesondere auf den untersten bzw. zwischen unteren Ebe-nen der Regionen. Hier muss es um Funktionslösungen gehen. Dennoch sind die Lö-sungen zumeist nicht dort zu finden, sondern muss der regionale Gesamtzusammen-hang betrachtet werden (Rahmenbedingungen). In diesen bringen sich flexible Vor-Ort-Lösungen ein; das Herangehen darf weder „zu tief“ noch „isoliert“ bleiben.
  • Der erforderliche Freiraum für experimentelle Lösungen verlangt gleichfalls ein stra-tegisches Herangehen, die Enquete muss noch genauer die methodischen Vorausset-zungen für ein solches Herangehen definieren. Beispielsweise ein hinreichendes Grundverständnis über die jeweiligen „Standortfaktoren“ – sog. harte oder weiche bzw. verpflichtenden oder freiwillige Aufgaben. Dafür muss man unter der Frage nach zukunftsfähigen Lebensbedingungen die tatsächlichen Bedarfe vor Ort kennen. Nur so lassen sich relevante endogene Potenziale identifizieren (nicht aus bekannten Wirt-schaftskonzepten ableiten). Kleinräumige Analysen müssen sich mit einem hinreichend komplexen Verständnis von Wirkungszusammenhängen verbinden, die hinreichend differenzierte und flexible Lösungen ermöglichen.
  • In jedem Fall bedarf es der abgestimmten Vielfalt relevanter Akteure, nicht nur kom-munaler Politik. Auf den unterschiedlichen Ebenen stellt sich das Wechselspiel der Akteursgruppen (kommunal-staatlich, Zivilgesellschaft, Wirtschaft) unterschiedlich dar – mit einem tendenziellen Bedeutungsgewinn von nicht staatlich/politisch verfassten (Zivilgesellschaft, partiell Wirtschaft). Dies wirft jeweils die Frage nach ihrem Zu-sammenspiel, der Belastbarkeit etc. auf (das hat die Diskussion zu den Dorfmoderato-ren gezeigt). Zu betonen ist die komplementäre Funktion zivilgesellschaftlichen Enga-gements, es ist kritischer Impulsgeber, nicht Konkurrenz/Substitut öffentlicher Ver-waltung.
  • Ansätze zu bzw. verfestigte ressortspezifische/m Herangehensweisen müssen aufge-geben werden. Es bedarf über die einzelnen Ebenen einer hinreichenden Komplexität; erforderlich sind Dialogorientierung und Querschnittsdenken (Bsp. Woldegk). Deut-lich zu artikulieren sind Anforderungen, aber auch zu gewinnende Spielräume für Verwaltungen. Diese werden zu oft als blockierend empfunden. Ursachen sind auf den unterschiedlichen Ebenen sehr vielfältig, sie sollten aber offensiv benannt werden.
  • Veränderung ist zu organisieren. Schlüsselakteure stellen ein „knappes Gut“ dar, sie sollten auch im Ungewöhnlichen (Risiko, Scheitern) Unterstützung erfahren. Entspre-chende Organisations- und Kommunikationsformen („soziale Innovationen“) sind oft wirksamer als Investitionen. Daraus ergeben sich wiederum Konsequenzen für Förder-schwerpunkte, für Regelungen und für Verwaltungshandeln: Eine „Kultur der Ermög-lichung“.
  • Experimentelle Lösungen werden zumeist in Nischen oder/und als Einzel- bzw. Pio-nierlösungen erbracht. Direkte Übertragungen sind kaum möglich, da die Konstellati-onen vor Ort zwar allgemeine Voraussetzungen aufweisen (z.B. eben Typus der Ak-teure und deren starkes Netzwerk – Woldegk, Bollewick), aber eben im Konkreten ih-re Besonderheit besitzen. Der Zufall muss systematisch stimuliert werden, Erfolge sollten kommuniziert werden. Sinnvoll scheint dafür eine entsprechende – partiell un-abhängige – Institutionalisierung als „Multiplikator“ auf Landesebene, wie sie mit der Akademie für Nachhaltigkeit (ANE) vorgestellt wurde. Es scheint so, dass im Land Brandenburg eine solche Leistung noch nicht entsprechend institutionalisiert ist bzw. erbracht wird. (Zu stark fragmentiert in Ressorts?)
  • Für einzelne Problemfelder bietet sich eine intensive Auswertung laufender Modell-vorhaben (insbesondere MORO) an. Mit MORO-Projekten und den besuchten Bei-spielfällen zeigt sich, wie konkrete Einzellösungen z.B. negative Bevölkerungstrends aufhalten, umkehren können.
  • Ein gutes Beispiel, wie konkret und unorthodox Wissen vermittelt und Initiative so angeregt werden kann, sind die Dorfmoderatoren. Mit solchen Konzepten (ähnlich wa-ren das die Dorfkümmerer, oft stehen dafür social entrepreneurs) lässt sich das Ak-teurpotenzial vor Ort stärken, die lokale Zivilgesellschaft motivieren.
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